Die Sonne erhebt sich langsam am Horizont, während der Mond nur widerwillig seinen Platz am Himmelszelt räumt. Ein kühler Morgenwind flüstert durch die Dünen und begrüßt den neuen Tag. Kein Wunder – es ist Mitte März, 6:30 Uhr, irgendwo im Norden Deutschlands. Wer zieht zu dieser frühen Stunde am Strand seine Bahnen? Die Seelenkundin mit ihren Hunden – und ihre Fotografin, Magdalena Stockschläder.

Weiterempfehlung
Wie kommt man in Kontakt mit den Menschen, die einen wirklich verstehen? In einer Welt voller talentierter Fotograf:innen – wie findet man genau die Person, die unsere Geschichte mit Herz und Blick erzählt? Wer hilft bei dieser Entscheidung? Meistens ist es jemand, den wir bereits kennen. Jemand, dem wir vertrauen. Eine Weiterempfehlung ist eine wertvolle Brücke – eine stille, aber mächtige Helferin
Von Friseur zu Friseurin
Im vergangenen Jahr hatte ich die Ehre, die faszinierende Verwandlung in eine Königin fotografisch zu begleiten. Mein Herzensfriseur Andreas lud mich ein, einen Vormittag mit ihm zu verbringen und zu dokumentieren, wie aus ihm eine Drag Queen wurde. Eine Reportage entstand – voller faszinierender Wandlungen. Doch das war nicht das Einzige, was Andreas mir schenkte. Neben Blumen und Schokolade – meiner größten Schwäche – sprach er mit seinem Kollegenkreis über mich. So öffnete sich das Herz von Stefanie für die Möglichkeit einer fotografischen Begleitung – ihrer ganz eigenen Geschichte, festgehalten von mir.
Es muss einfach passen
Als Stefanie mir von ihren Hunden erzählte, war ich voller Ehrfurcht und Dankbarkeit. Eine Geschichte voller geretteter Seelen, Ersthunde und auch herausfordernder Begleiter. Schon ihre erste E-Mail zeigte mir, dass sie eine Frau war, die niemals aufgibt – egal, wie steinig der Weg ist. Ich fühlte mich geehrt, sie bald kennenlernen zu dürfen.

Von Vorbereitung zu Newsletter
Mitten in der Planung einer Home-Story erzählte ich Stefanie von meinem Newsletter. Vielleicht nicht die klügste Idee – eine bezahlte Buchung gegen eine Aktion einzutauschen. Doch für mich stand etwas anderes im Vordergrund: Meine Kund:innen sollen sich wohlfühlen, sich zu nichts verpflichtet fühlen und selbst entscheiden, wie viel Zeit sie mit mir verbringen möchten. Und genau das sollte Stefanie spüren – dass ihre Geschichte in ihrem eigenen Tempo entstehen darf.
Newsletter für fotografische Begleitungen
Der Newsletter von Hundert Blicke ist anders – so wie ich. Dort erzähle ich von meinen Höhen und Tiefen, von dem, was mich bewegt. Die oft unberechenbare Welt der sozialen Medien, in der der Zufall bestimmt, wer gesehen wird und wer nicht, hat mich immer mehr in diese persönlichere Form der Kommunikation geführt. Hier kann ich einfach ich sein, ohne Algorithmen, ohne Druck. Ich teile meine Gedanken, besondere Aktionen und Momente mit euch – und manchmal, wie im Fall von Stefanie, entsteht daraus etwas ganz Wunderbares.
Ab ans Meer
So lautete der Titel meines letzten Briefes an euch – erfüllt von Eindrücken meines Nordseeurlaubs. Diese Sehnsucht wollte ich nicht nur für mich behalten, sondern mit euch teilen. Und wie auf ein stilles Rufen hin erwachte sie auch in Stefanie, denn auch sie und ihre Familie lieben diesen Ort. Wer könnte ihm widerstehen? Der weite, endlose Strand, das Gefühl von Freiheit, der Wind, der alle Sorgen aus der Seele pustet. Die Nordsee ist nicht für jedermann, doch für die, die sie lieben, ist sie ein Ort der unbeschreiblichen Magie.

Doppelbuchung und freie Fahrt
Ich freute mich unendlich, als Stefanie sich für eine Strandbegleitung entschied. Doch als sie mir schrieb, dass sie auch auf ihre Home-Story nicht verzichten möchte – da konnte ich mein Glück kaum fassen. Eine Doppelbuchung beim ersten Kontakt? So etwas hatte ich noch nie erlebt. Ich war voller Dankbarkeit für diese Frau, die mir so viel Vertrauen schenkte, noch bevor wir uns begegnet waren. Und obwohl die Bedingungen für die Strandbegleitung nicht ganz erfüllt waren, gab es für mich nur eine Entscheidung: Ich würde Stefanie und ihre Hunde an die Nordsee begleiten.
Kundenservice von Herzen
Kundenservice sollte mehr sein als nur ein Wort – er sollte ein gelebter Wert, eine Haltung sein. Meine Superkraft – und zugleich mein Fluch – ist meine Hochsensibilität. Sie flüstert mir in jedem Moment zu, was richtig ist. Vielleicht verliere ich hier und da etwas Geld, doch was ich gewinne, ist viel kostbarer: euer Vertrauen, eure Zuneigung und vielleicht ein Wiedersehen. Kundenservice bedeutet für mich nicht nur Zahlen, sondern Herz und Seele. Genau das erlebte ich auch hier – und schon bald zeigte sich, wie wertvoll dieser Austausch war.

Rauschende Wellen
Der Tag unseres Treffens war perfekt. Mitten in der Nacht fuhr ich zur Nordsee, umarmt von Nebel und leichtem Frost. Der Sonnenaufgang war episch, der Mond weigerte sich, zu weichen, und diente uns noch als Fotokulisse. Alles hätte traumhaft sein können – hätte Stefanie nicht mit einer dicken Erkältung gekämpft. Doch trotz allem entschied sie sich, an die Küste zu kommen. Die Nordseeluft tat gut – nicht nur der verstopften Nase.
Ein Ort der Stille
Ich liebe es, in den frühen Morgenstunden zu fotografieren. Die Welt ist noch in Ruhe, der Tag liegt in einer sanften Stille, und kaum jemand ist unterwegs. Auch an diesem Morgen war die Nordsee ein Spiegel der Ruhe, die sich in unzähligen Prillwasserflächen verdoppelte. Stefanie sprach nur wenig – und entschuldigte sich dafür immer wieder. Doch das störte mich nicht im Geringsten. Im Gegenteil, es ließ uns als Vierer-Gespann einfach nur im Moment verweilen: die Weite, die Stille, die klare Luft. Eine fotografische Begleitung, wie sie sein sollte – authentisch, unaufdringlich, lebendig und voller sanfter Schönheit.

Vielseitigkeit
Wenn Hunde Freiheit spüren, erzählen sie ihre ganz eigenen Geschichten. Ihre Körpersprache, ihre Kommunikation – es ist faszinierend, all das fotografisch zu begleiten. Stefanie ließ mich genau das tun. Und obwohl wir weder Halsbänder retuschierten noch Leinen versteckten, verloren die Bilder nichts von ihrer Wirkung. Im Gegenteil: Sie wurden lebendig, unvergesslich – und vor allem echt.
Epilog
In einer Welt voller Inszenierung ist Authentizität ein kostbares Gut geworden. Etwas Flüchtiges, kaum Greifbares – und doch Erlebtes. Statt uns anzupassen, sollten wir die Schönheit des Moments dokumentieren, so wie er ist. Denn vielleicht wird es ihn bald in dieser Form nicht mehr geben. Meine größte Freude ist es, wenn meine Kund:innen erkennen, dass ihre Geschichten einzigartig sind – ganz ohne erfundene Kulissen oder perfekte Posen. Denn so, wie sie sind, sind sie einfach perfekt.
Danke, Stefanie, dass du mich zu deiner Fotografin und Zeugin deiner Geschichte gemacht hast.
