Das ist doch keine Fotografie mehr!

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Das ist doch keine Fotografie mehr

Wie oft in letzter Zeit, wieder höre ich, den mir persönlich, so gut bekannter Text.

Wieso bekannt?

Es fing alles in Polen, in meiner Ausbildung Zeit. Damals, mehr als 15 Jahre her, haben wir noch gelernt, dass die Besitzer der digitalen Kameras, keine richtige Fotografen sind. Hah! Was für ein Quatsch sagt ihr. Aber so war es. Wir haben Alle, stolz, unsere analoge Kameras benutzt, die Filme in der Dunkelkammer entwickelt und uns geschworen, dass wir das Teufel-Zeug nie in der Händen nehmen werden. Einer unseren Professoren war schon von der *moderner* Technik sehr angetan aber wir *Künstler* dachten uns: “nein, das ist unter unseren Niveau. Das machen wir nicht, das ist doch keine Fotografie mehr!”

Ich muss heute so darüber lachen 😀

Heutzutage höre ich, dass die, die Fotos bearbeiten in verschiedenen Bildbearbeitungsprogrammen ebenfalls keine Fotografen sind. Nun es ist sinnvoll sich zu fragen, was ist die Fotografie überhaupt.

Photography is a way of feeling, of touching, of loving. What you have caught on film is captured forever... it remembers little things, long after you have forgotten everything. Aaron Siskind

Die Technik ändert sich ständig, so wie die Menschen ändern sich die ganze Zeit. Wir wachsen, wir sammeln Erfahrungen, wir sind und werden immer besser. So ändern sich auch unsere Werkzeuge. Früher in Dunkelkammer, heute vom PC. Ihr musst mir glauben, schon in der Vergangenheit sind die Fotos manipuliert gewesen. Mit Doppel Exposition, mit Retuschen auf dem Fotopapier – ja, auch ich habe es gemacht. Das haben wir auch in meiner Ausbildung Zeit gelernt. Das war ok. Wieso soll das Photoshop nicht ok sein?

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Ich werde mich vielleicht wiederholen, aber ich bin davon so fest überzeugt ,dass wenn man keine Idee für das Foto selbst hat, wird auch das beste Programm nicht helfen. Der Ausgangmaterial muss immer gut sein. Aber immer noch, es ist nur ein *Negativ*. Ein Teil der Arbeit, ein Teig – der erst zum Brot gemacht sein muss. Ich gebe nie meine RAW Dateien meinen Kunden her. Ich würde von denen, nur selten darüber angesprochen, da meine Kunden wissen, dass es sich um ein künstlerischen Prozess handelt und nicht um eine Ablichtung der Realität.

Lass euch die Freude an der Bildbearbeitung nicht verderben!

Es hängt nur von euch ab, wie das Bild am Ende aussehen wird. Wenn ihr meint das Foto ist noch nicht fertig, dann bastle ruhig drauf. Mach es einzigartig, mach es deins. Hör nicht auf die andere *Fotografen* und mach deinen Job so gut wie du kannst. Erst dann wirst du mit deinem kleinen Meisterwerk belohnt und diese Zufriedenheit kann dir keiner wegnehmen. Glaub mir, die Fotografie hat viele Gesichtern, eine davon ist deins.

 

2 Comments

  1. by Heike Willers on Juni 9, 2016  6:44 am Antworten

    Sehr schön geschrieben, liebe Magda :-) Und...so ist es! Punkt!

    • by Magdalena on Juni 9, 2016  10:42 am Antworten

      Danke Dir liebe Heike :)

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